Die Zahl der Senioren in Deutschland steigt von Jahr zu Jahr

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Die Zahl der Senioren in Deutschland steigt von Jahr zu Jahr - und mit ihr der Bedarf an Immobilien, die sich für das Wohnen im Alter eignen. Ein wachsender Markt also für die Immobilienbranche - doch die verschläft offenbar den Trend.

Hamburg - Immobilienmakler Wolfgang Pauly versteht die Welt nicht mehr. "Wir verzeichnen seit langem eine riesige Nachfrage von Senioren nach Immobilien, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Leute zugeschnitten sind", sagt er. "Aber es gibt einfach kein ausreichendes Angebot. Die Immobilienbranche nimmt diese Marktchance offenbar einfach nicht richtig wahr."

 

Millionen Seniorenwohnungen fehlen

Hintergrund der zunehmenden Nachfrage nach altersgerechtem Wohnen ist die demografische Entwicklung in Deutschland. Der Altersschnitt der Menschen steigt seit Jahren - und mit ihm der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung. Laut Bundesregierung beispielsweise werden in 30 Jahren fast acht Millionen Menschen in Deutschland 80 Jahre und älter sein - und damit etwa doppelt so viele wie heute.

Eine Studie, die Berlin bereits im Jahr 2011 zu dem Thema durchführen ließ, kam jedoch zu dem Schluss, dass hierzulande lediglich 1 Prozent aller Wohnungen altersgerecht ausgestattet sind. Kurzfristig, so das Ergebnis, gab es einen Bedarf von 2,5 Millionen zusätzlichen Wohnungen dieses Standards. Bis 2020 wurde der Bedarf auf drei Millionen beziffert. Um die Lücke zu füllen, bietet der Bund über die staatseigene KfW Bank sogar Förderprogramme in diesem Bereich an.

Der Makler  jedenfalls sieht gewaltigen Bedarf, in Ostdeutschland wie in Westdeutschland, in Metropolen ebenso wie auf dem platten Land. Viele Senioren, sagt er, haben sich ein kleines Vermögen zusammengespart und möchten sich einen schönen Lebensabend machen. "Gesucht wird oft hohe Qualität und Komfort. Neueste Technik beispielsweise findet meist großen Anklang."

Die Frage "Kaufen oder Mieten" lässt sich bei Seniorenimmobilien seiner Erfahrung nach dagegen nicht einfach beantworten. "Das hält sich ungefähr die Waage", sagt der Makler. "Die einen suchen etwas zum Kaufen, die anderen wollen lieber mieten, je nach individueller Präferenz." Die Allianz kam in ihrer Umfrage indes zu dem Ergebnis, dass 60 Prozent der Menschen einen Ruhestand im Eigentum dem Mietverhältnis vorziehen.

Kurzum: Für Immobilienfirmen stellt das Segment "altersgerechtes Wohnen" offenbar eine lukrative Marktnische dar, in der es Nachholbedarf gibt. Aber auch Privatleute, die ein Haus bauen oder bereits besitzen, sollten womöglich darüber nachdenken. Denn wer seinem Eigenheim eine seniorenaffine Ausstattung verpasst, ist nicht nur für den eigenen Ruhestand gewappnet. Auch die Aussicht auf einen guten Preis bei einem eventuellen späteren Verkauf steigt,